Feuchtnasses Camogli

 Mittwoch 6. – Sonntag 10. März 2013

Wieder mal hatte ich es mit den Wetterprognosen zu tun, leider nicht zu gunsten von diesen Wandertagen in Camogli (Ligurien). Feucht sollte es sein, nass ist es geworden! Der Wunsch nach Sonne und Wärme, Blumen und mediterrane Düfte, der Wunsch nach Frühling viel wortwörtlich ins Wasser! Das ahnte ich schon auf der Hinreise, denn es regnete schon fast überall.

So musste ich schon am ersten Tag unsere Rundwanderung um den Monte Portofino anpassen und nur bis San Rocco hinauf mit Regenschirm und ohne Rucksack… dafür aber dann schon das erste Apero wo einige die Prosecco-Amaretto-Kombination entdeckten!
Am 2. Tag denn ging es mal per öV nach Portofino wo ein leicher Regen uns einsam machte, ja denn es waren keine Touristen da! Bis San Fruttuoso waren wir ganz alleine Unterwegs, nur das Schiff hupte und hoffte wohl somit Fahrgäste zu finden, es ging aber ohne wieder von der Abtei weg. Bis dahin ging es gut, es rieselte ein wenig… aber es kam doch anders! Die Tropfen waren immer grösser und grösser und so mussten wir uns doch auf den Weg machen zu den Pietre Strette hinauf unter strömendem Regen! Dann passierte das unwarscheinlichste: wir begegneten einem zweisamen Wanderpaar – Deutsche – die hinunter gingen zu San Fruttuoso. Die einzigen wanderer denen wir begegneten bis am Sonntag. Nachdem wir San Rocco erreichten ging es die Treppen herunter die ewig scheinten. Nass aber denoch zufrieden kamen wir im Hotel an und freuten uns über das warme Zimmer und Wasser 😛

Dan kam ja schon der dritte Tag: Weitreichende Panorama waren angesagt. Von Rapallo aus aber war die Seilbahn ausser Betrieb (causa maltempo!) so mussten wir per Bus nach Montallegro hinauffahren um der Wahlfahrtskirchen einen Besuch zu abstatten. Nicht alle kamen mit denn es regnete doch sehr intensiv. Von wegen Weitsicht: wir waren voll in den Wolken! Ich wählte den Abstieg nach Chiavari der sicher besser war als die anspruchsvollere Variante nach Ruta und Camogli. Ein guter Entscheid! Sogar die Mittagspause konnten wir im trocknen machen, das Ristorante Galletto, sollte erst einen Tag später aufmachen, hatte eine gut geschützte Terrasse wo wir uns breit machten! Von da an ging es aber nur noch Berg herunter, mal links mal rechts kam immer wieder ein guter Weg… Weg???? Meistens hatten wir es mit einem Bach zu tun oder sogar einen Wasserfall… erst im Städchen unten realisierten wir wieviel es geregnet hatte denn jeder Bach war zu einer riesigen Wassermenge angeschwollen und kam Kaffeebraun ins Meer hinein. In Camogli war es auch nicht anders… am Abend gab es im Hotel ein Apero und danach war Mare angesagt!

Wir hatten genug vom Wasser. Der vierte Wandertag wurde zu einer Reise in die Cinque Terre und zu einem fantastischem Mittagessen! Monterosso, Riomaggiore und Vernazza besuchten wir. Für mich war es in Monterosso besonders lässig denn ich begegnete lauter Leuten die ich in einem Monat wieder sehen werde! In Riomaggiore waren wir in der „La Lanterna“ bei Massimo, er selbst war nicht da aber am Telefon erzählte er mir noch das Silvano, sein langjähriger treuer Mitarbeiter im Februar plötzlich gestorben ist: der Krebs hohlte ihn. CIAO SILVANO! Aus der Küche kamen lauter gute Sachen die für unserem Apetit und unserem Moral sehr gut waren… und wir hatten es auch geschafft einen ganzen Tag trocken zu bleiben! Am Abend war klar dass es kein Essen geben würde, aber ein Apero vom feinsten… und so wie das Wasser im Bach, floss der Prosecco! Es war auch der erste Abend mit einem Sonnenuntergang-ähnlichen Ereigniss… auf dem Weg ins Hotel waren auch die Sternen zu sehen: morgen also frühaustehen denn Wandern war angesagt.

Und schon kam der 5. und letzte Wander- Heimreise-Tag. Am morgen früh mit Sonnenbrille und Regenhose ausgestattet ging’s los… weit über San Rocco, wanderten wir via Paradiso um den Monte Portofino herum… die Sonne spielte Verstecken mit uns… einmal war sie da, dann wieder nicht, im Pass oben meinten wir der Regen würde kommen als wir im Nebel umherwanderten: Mäusedorn und Helleborus Phoetidus waren massenhaft zu sehen, ein paar Primelblumen brachten ein bisschen Farbe in diese Herbststimmung und der Regen kam auch nicht mehr. In der nähe von Paradiso, der höchste Punkt der Wanderung haben wir ein paar interessante Bäume gesehen: Sequoia (gehört zu den Cypressengewächse). So konnten wir den Monte Portofino umwandern und zum Abschluss gab es sogar ein bisschen Sonne. Nach der Dusche und vor der Heimreise noch einen Besuch in der Gelateria für die einten und zum Prosecco für die anderen… und plötzlich war es soweit: 14.00 Uhr mit den Koffern am Bahnhof warteten wir auf den Zug!

Hier noch ein paar Bilder zu den Wandertagen!

Epilog: die Heimreise verlief problemlos bis nach Bellinzona, die Züge in Italien waren sehr pünktlich… nun aber ein Riesenchaos von Bellinzona nach Locarno – wo gerade die neue Eisenbahnbrücke für Alptransit verschoben wird – mit Bus und Züge die nicht weiterfahren. Fazit: in Bellinzona um halb Sieben angekommen, zu hause aber erst um halb Neun! 20 Minuten vor den anderen die in Zürich sind! Und das mit über 20 Minuten Wartezeit in einem Stillstehenden Zug in Cadenazzo, denn die Direkte Verbindung ging nicht weiter… é bella la vita 🙂

2 Kommentare zu „Feuchtnasses Camogli

  1. Caro Roger, genauso war es! Einmalig wie immer mit Dir und per pedes. Ich habe die grauen, mystischen Regentage mit Dir und unserer bunten, speziellen Gruppe sehr genossen. Das Hotel und das Personal waren sehr angenehm, die Aperitivis vom Feinsten und die Cenas einfach himmlisch gut. Werde noch lange an diese Regentage in bella Italia denken. Tanti cari saluti Heidi

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