Winterwandern in Camogli

5. – 9. Februar 2011

Solche Tagen muss man erlebt haben! Ich hatte meine Schöhnwetter Garantie mit dabei, aber sowas erwartete auch ich nicht! Am morgen war es kühl, feucht und meistens bewölkt, doch die Februarsonne brachte es fertig jedes mal die Wolken am Morgen schon aufzulösen und da zeigte sich ein klarer blauer Himmel! Die Temperaturen waren Täglich um die 15-16 Grad (was wir auf der Haut noch als viel mehr empfanden)… in San Fruttuoso gab es Leute am Strand die sogar im Meer waren (siehe Bild)! So kamen wir während diesen Wandertagen auch zum Eis degustieren und das auf der Sonnenterasse…

Kaum angekommen schlauchte ich meine Wandergruppe Richtung Monte Portofino herauf, dali dali, denn so gegen 16Uhr starten bedeutet im dunkel ins Hotel zurück zu kommen. Aber die paar Stunden so im Berg waren ein angemessener Einstieg in diese Wanderferien aber es gab noch keine Kette… 😉

Am Morgen (nicht allzu früh) mit dem Zug nach Santa Margherita Ligure und dann per Bus nach Portofino… so stand es im Programm. Aber nicht immer geht es nach Programm! Wir schmunzelten als wir ein Paar sahen im Running-Outfit und ganz winzigkleine Rucksäckchen, es stellte sich aber ziemlich schnell klar dass da was los war: ein Rennen und zwar genau auf der Strecke nach Portofino! Bis nach 12 Uhr kein Bus! Tja, so hiess es durch Santa Margherita wandern und direkt nach San Fruttuoso zu wandern, aber zuerst wollten wir uns noch ein Kaffee geniessen, so landeten wir in der Old-Inn Bar! Die beiden Barmaids haben uns herzlich bedient und wussten sogar wo der Wanderweg war. Herauf, herunter (San Fruttuoso erreicht), herauf, herunter, herauf (zum Passo del Bacio mit seinen Ketten) und nochmals herunter nach San Rocco und Camogli direkt ins Hotel. Genau richtig für den Sonnenuntergang um 17.38Uhr.

Der Dritte Tag! Mit dem Zug nach Rapallo, die Wolken lagen dicht über unsere Köpfe, kein gutes Zeichen. Mit der Seilbahn 600M hinauf zum Santuario di Montallegro, da landeten wir sogar im dichten Nebel. Aber schon die ersten Schritte hinauf zum Santuario merkten wir die Sonne, noch ein bisschen weiter und plötzlich kamen wir wie im Traum aus dem Nebel heraus in die Morgensonne! Unglaublich, das Meer war verschwunden! An seiner Stelle Wolken unter uns… in der nahe ein paar Inseln: der Gipfel beim Rifugio Margherita und der Manico del Lume (beide weit über 700m); in der Ferne (im Ponente) waren sogar Schneeberge zu sehen (die Alps Marittimes?) und die Bergen hinter Genova waren auch zu erkennen… was für ein Spektal dass uns hier die Natur bot. Wir hatten Glück bis im Nachmittag wanderten wir oberhalb der Wolkengrenze (die sich zum Teil auch wieder auflösten)… so konnten wir problemlos die Kettenpassagen des Manico del Lume besteigen! In Ruta di Portofino angekommen ging die Sonne runter, und wir wanderten auch noch bis Camogli herunter, ich hoffte auf eine Busfahrt… aber fast alle Leute wollten das ganze Programm absolvieren 😉

Der vierte Tag hingegen war gemütlicher: genau in der Mitte zwischen dem Monte Portofino und den Cinque Terre gingen wir wandern. Von Moneglia nach Sestri Levante, alles am Meer entlang. Da aber ein paar Hügel dazwischen waren hiess es auch da herauf und herunter, Kaffepause in Riva und wieder herauf und herunter, Gelato am Strand in der Baia del Silenzio mit der letzten Abendsonne… einfach Sagenhaft.

Dann kam aber die Überraschung beim letzten Abendmahl: die Gruppe weigerte sich am letzten Tag die Wanderung zu absolvieren. Doch nicht das ganze Programm durchgeführt. Man wollte auch was von Camogli sehen, durch die Gassen flanieren und sich einen Kaffe auf der Terrasse beim Lungomare servieren lassen, durch den Markt spazieren und dann noch ins Apéro bevor man die Treppe zum Bahnhof hinauf mit Koffer und Rucksack unter die Füsse nehmen muss und Ligurien Adieu sagen!

Das das alle stimmt beweisen auch die Bilder von meiner Bildgallerie oder auch die von Federico (die eine andere Qualität haben) bei dem ich mich hier sehr herzlich bedanke, denn seine Bilder sind gut fürs Gemüt!

Und nun: Gatter zu, alle da! Und Tschüss…

4 Kommentare zu „Winterwandern in Camogli

  1. Super Bericht, richtig um in den Erinnerungen zu schwelgen! Und um Vergessenes zu reaktivieren. Bemerkung bezüglich Letztem Abenmahl stimt bezüglich „die Gruppe“ stimmt nur bedingt.

    Gruss und vielen Dank

    federico

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  2. Ja Federico, Du hast Recht… ich hatte fast vergessen dass wir beim Limoncello-Filosof in der Piraten-Spelunke von Camogli uns dann auch entschieden haben auf die Wanderung zu verzichten… und somit haben auch wir uns der Meinigung der Gruppe angeschlossen!

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  3. Hoi Roger
    Das letzte Abendmahl tönt so biblisch. Es war ein weiser Entscheid, das Programm sausen zu lassen zugunsten von Dolce far niente. Auch der letzte Morgen war wunderschön: die Sonne im Gesicht, das Rauschen der Wellen im Ohr, einfach die Seele baumeln lassen. Meraviglioso!
    Liebe Grüsse aus dem inzwischen auch frühlinghaften Thurgau
    Trudi

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  4. Lieber Roger
    Bin ja schon des öfteren mit Dir gewandert. Diese Tage jedoch in Camogli waren etwas ganz Besonderes. Jede Wanderung ein Leckerbissen. Habe mich in der Gruppe superwohl gefühlt und es gab auch immer viel zu scherzen und zu lachen. Das hat so gut getan. Dir für die wie immer kompetente und tolle Wanderleitung und Deinen authentischen Reisebericht vielen herzlichen Dank. Mit lieben Grüssen
    Heidi

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