Greina Sanft, oder eben auch nicht…

greina_sanft.jpg

 12.-14. September 2008

Nun es war ein bisschen Rambazamba…damit meine ich das Wetter natürlich: mit Sonne fingen wir die Tour in Vrin an, dann kam aber auch noch der Nebel. So dichten Nebel dass man nicht einmal mehr die Terri-Hütte auf 20m sah! Ich habe diese Tour schon ein paar Jahre nicht mehr geleitet, nachdem ich sie mehrere Jahre sogar zwei Mal im Programm hatte: doch sowas habe ich auch noch nie erlebt. Die Wandergruppe war nicht mehr vollzählig denn ein paar Leute haben im letzten Moment abgesagt…dafür war Moni dabei, die Angehende Wanderleiterin (SBV-Ausbildung) und sie machte sich sofort gut in der Gruppe. Die Hütte war nicht voll, welch ein Wunder bei dem Wetter geht man doch nicht in die Berge!

Am anderen morgen war es immer noch ziemlich grau, doch schon bald wurde es blau: eine blaue Störung störte uns im Übergang vom „Muot la Greina“, wo uns auch der grosse Steinbock Wasserausschüttelnd begrüsste. Die Hoffnung auch Heute trocken wandern zu können stieg in der Gruppe, doch schon bald wurde uns klar: wir werden nass! Die Wolken und Nebelfelder spielten ewig mit den verschiedenen Gipfel der Greina, dann kam auch der Donner, die Kalte Luft spürten wir ein wenig später auf unserer Haut. Der Greina-Bogen erreichten wir somit nicht: nur das ist ein Grund um wieder einmal in die Greina zu kommen. Schnell ging es Richtung Crap la Crusch zurück… unter strömendem Regen und in der Kälte eerzählte ich die Greina-Legende: noch nie war es mir gelungen diese so realistisch zu schildern! Dann noch ein paar Schritte – aber es fing sogar an zu schneien und weit oben flüchtetet ein ganzes Rudel Steinböcke die winterliche Kälte des Piz Terri – in wenig mehr als einer halben Stunde standen wir im trocknen Raum der Motterascio-Hütte. Eine andere Gruppe kam von unten herauf, geführt von einer Walliserkollegin. Einen feinen warmen Stralüsc (Blitz) erwärmte unseren Magen und unsere Seele, auch zu Ornellas Apfelstrudel mit Vanillecreme sagten wir nicht nein, dann noch eine kleine Lektüre von Placidus Speschas Reise die er 1820 über die Greina unternahm um den Strassenbau über den Pass zu studieren.

Am Abend gab es grosse Diskussionen unter den Wanderleiter und der Hüttenwartin da das Wetter noch schlimmer sein sollte: Schnee bis tief herunter, starken Regen im Süden und ein Erdrutsch blockierte sogar die Zugangstrasse zu Pian Geieret, nix mit Alpentaxi. Eine Person von der Gruppe hatte aber einen gekürzten Abschluss, denn beim Abstieg zur Hütte verstauchte sie den den Fuss und konnte so nicht mehr herunterwandern: sie flog mit dem Rega-Heli nach Bellinzona, das war sicher die beste Lösung!  So hingegen programmierten wir einen frühen Start und herausfahrt mit dem Bus ab dem Luzzone Stausee schon am Morgen. Das Programm halteten wir ein, das Wetter aber war gar nicht so schlimm wie angekündigt. Ein leichter, aber immerhin feuchter Regen begleitete uns herunter: dennoch entdeckten wir Edelweiss und sogar Elefanten neben dem Wanderweg…schnell gingen wir herunter und pünktlich standen wir an der Bushaltestelle, so waren wir recht früh schon in Olivone im Posta wo wir die Tour endeten.   

Hier noch die Bildgallerie zur Tour, Leider aber fehlen Bilder zur 2. Hälfte des 2. Tages und zum 3. Tag: für meinen Fotoapparat war es eben zu feucht.

Buchttip: (Ursula Scholian Izeti) Placidus Spescha, Entdeckungsreisen am Rhein, Chronos Verlag, Zürich, 2005

2 Kommentare zu „Greina Sanft, oder eben auch nicht…

  1. Lieber Roger
    Du bist sicher schon wieder unterwegs, wenigstens ist es diesmal, so hoffe
    ich, nicht so nass. Aber mittlerweile ist ja wieder alles im Trockenen und
    ohne Muskelkater habe ich die Woche begonnen. So wird mir die Greina auf
    alle Fälle immer in bester Erinnerung bleiben mit mystischen Bildern, der Greina Sage im strömenden Regen und klammen Fingern, dem Schwimmfest in den Schuhen, den blauen Störungen, dem majestätischen Steinbock, der kräftespendenden Schokolade und den Läckerli im nassen Nass und nicht zu vergessen der feine Stralüsch. Erfahrungen die ich bei schönem Wetter nie gemacht hätte, darum finde ich es sehr gut, dass die Touren bei jedem Wetter durchgeführt werden denn schliesslich sind wir ja wasserdicht.

    Dir nochmals herzlichen Dank für die sehr kompetente Führung und den kleinen
    feinen Details, die das Ganze abgerundet haben.

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