Die Schwarzen Brüder

Nun wollte ich es wissen. Ich habe hie und wieder mal davon gelesen und gehört, aber das Buch hatte ich bis jetzt noch nie ganz gelesen. Dann habe ich ein paar Bücher eingekauft und kaufte mir auch dieses noch dazu… und endlich habe ich es in ein paar Tagen gelesen.

Die Geschichte von Giorgio – der Kaminfegerbuben – hat mich zu Tränen gerührt: besonders das Walt Disneyanische Happy-End! Giorgios triumphierende Heimkehr ist so geschildert dass man es kaum glauben kann: was ist nun Wahr an der Geschichte. Es sollte wohl stimmen das eine Barke mit kleinen Kaminfegerbuben aus dem Tessin im Lago Maggiore gesunken ist, die Arbeitsbedingungen wie sie geschildert werden entsprechen auch der damaliger Zeit… der Rest aber denke ich ist pure Romanze! Dennoch bewegt uns die Geschichte zum Nachdenken, eigentlich sollten unsere Kinder mal so ein Buch lesen um zu sehen wie es ihnen gut geht!

Die Geschichte von Giorgio kann in vielen Täler erzählen, es ist immer die selbe: von vielen Tälern wurden Kinder (ab 6/7 Jahren) für die Wintersaison vermietet (von September bis April) damit sie als Kaminfegerbuben in den Städten Italiens arbeiten (Milano, Torino, usw). Als „Kaminfegertal“ kennt man das Val Vigezzo (bei Santa Maria Maggiore ist auch das bekannte Kaminfeger-Museum) woher schon um 1500 die ersten Kaminfeger kamen. Die Armut unseren Täler brachte viele Familien soweit dass sie ihre Kinder wegschicken mussten um zu Überleben. Die Buben wurden meistens schlecht behandelt von ihren Meister und bekam auch nicht genügend zu essen (sonst kamen sie nicht mehr in die Kamine hinein). Diese Art von Menschenhandel ging von selbst aus, als in den 40er/50er Jahren des 20. Jahrhundert die Kamine in den Städten mit Öfen und andere modernere Heizungen ersetzt wurden.

Kaminfegerbuben in Turin um 1910 (Quelle).

Der Roman „Die Schwarzen Brüder“ wurde eigentlich von 4 Händen geschrieben, Lisa Tetzner den Anfang und ihr Mann, Kurt Held (Autor des später erschienen „Rote Zora und ihre Bande“), das Ende. Aber da er ein als Kriegsflüchtling in der Schweiz war durfte er es nicht unter seinem Namen publizieren. Erst im Jahr 2005 gab es eine italienische Übersetzung dieses Romans.
Mehr darüber auf Wikipedia.

Bibliografie: Lisa Tetzner, Die Schwarzen Brüder, Sauerländer, 2002 (1941)

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